Mein Weg nach Santiago de Compostela
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5.06 - Ende der Reise

Die letzten Kilometer standen mir bevor und ich bin an diesem Morgen sehr frueh aufgebrochen. Konnte kaum schlafen da ich sehr nervoes war und weil das Licht im Flur staendig an ging. Dieses funktionierte ueber Bewegungsmelder und ging irgendwie immer an. Mitpilger versuchten es aus zu machen, jedoch ohne Erfolg. Zum Abschluss der Reise, wie haette es auch anders sein koennen, regnete es mal wieder. Also nochmal in die Regensachen. Da ich gerstern vergessen hatte, diese aus meinen Rucksack zu nehmen, waren diese noch nicht trocken. Egal, alles ist heute das letzte mal, sagte ich zu mir und los gings. Es war noch dunkel und ich kam gleich an einem Wald, und sah absolut nichts. Meine Taschenlampe hatte sich irgendwann mal verabschiedet und so musste ich mit meinem Handy mir den Weg bahnen. Der Regen war nicht stark, jedoch begleitete er mich den ganzen Tag ueber. Ich lief immer schneller, wollte ankommen und diese Reise beenden. Der Besuch der Kathedrale wird der Hoehepunkt dieses Tages werden und ich freute mich schon sie zu erblicken. Um 12 Uhr findet dort immer die Pilgermesse stand und das wollte ich unbedingt erleben, vielleicht wird auch der Weihrauchkessel geschwenkt. Der haengt an einem 35 m langen Seil und ist ueber 50 kg schwer. Er wird durch das ganze Querschiff geschwenkt, dabei schon zweimal angeblich aus der Kirche geflogen. Ich machte an diesem Tag nur einmal Pause in einer Bar und erreichte um 10 Uhr Moto do Gozo. Von hier aus, ist Papst J.Paul II, ich glaube 1982 nach Santiago gepilgert (Weiss jetzt nicht ob Zeitraum treffend ist). Von hier aus aknn man die Tuerme der Kathedrale das erstemal sehen. Ich sah nichts! Dicker Nebel umhuellte diese Erhoehung und so ging ich weiter und erreichte bald darauf die Stadtgrenze von Santiago. Ich bin da! Ich bin endlich da! Ich war froh und grinste ueber das ganze Gesicht. Ich ging immer weiter in die Stadt rein, sah aber ueberhaupt nicht von der Kathedral. Es ging ueber ein Wohngebiet in die Altstadt. Irgendwann sah ich auch keine gelben Pfeile mehr, so lange haben sie mich begleitet und ich konnte mich immer auf sie verlassen. Aufeinmal waren sie weg und ich entdeckte ein Schild das mir den Weg zur Kathedrale wies. Und da war sie auch schon, ich kam ueber ein Seitenweg auf den Hauptplatz und lief zur Mitte. Hier war der Nullstein, auf dem ich mich stellte und so zufrieden mit mir war. Ich war am Ziel, 0 km. Ich ging in die Kathedrale und am Hauptaltar fuehrte eine kleine Treppe nach oben. Hier ist eine Jakobusstatue, die nach alter Tradition umarmt und gekuesst wird. Danach fuehren Treppen in die Krypta, wo die sterblichen Ueberreste des hl. Jakobus liegen. Ein sehr kraftvoller Ort und ein sehr bewegender Moment fuer mich.

Vor der Messe war ich nocheinmal auf den Vorplatz. Und dann geschah genau das, was ich mir so gewuenscht habe und jeden Tag dafuer gebittet habe. Annett stand vor und wir fielen uns in die Arme. Mir wurde ganz anders, denn ich konnte es kaum fassen. Wir hatte uns das letzte mal ca. vor 3 Wochen gesehen und ich wusste nicht wann sie in Santiago ankommen wird und sie wusste es von mir nicht. Wir hatten Traenen in den Augen und waren uebergluecklich uns wir zu haben. Wir besuchten gemeinsam die Messe und strahlten uns die ganze Zeit an. Sie hatte schon ein Hotelzimmer und so war meine Uebernachtung fuer diesen Tag auch geklaert. Sie wird am Freitag, also morgen nach Hause fliegen. Wir verbrachten den Nachmittag gemeinsam, holten meine Compostela ab und erzaehlten uns die Geschichten sie jeder von uns erlebt hatte in den letzten Wochen. Wir stellten fest, dass wir oft in der gleichen Ortschaft zum gleichen Zeitpunkt waren. Das wir uns nochmal in Santiago treffen wuerden war fuer uns beide ein absolutes Geschenk und ein wuerdiger Abschluss dieser Reise. Nicht die Kathedrale oder das Erreichen von Santiago war der Hoehepunkt, sondern das Treffen mit Annett. Wir unterhielten uns bis spaet in den Abend hinein und gleich nach dem Aufstehn wieder.

Wir gingen fruehstuecken und besuchten nocheinmal gemeinsam die Kathedrale und den Abschied gestalteten wir sehr beruehrend. Als sie mit dem Taxi abfuhr, fuehlte ich mich sehr einsam. Aber tief in meinem Herzen hat sie einen Platz und so ist sie immer gegenwaertig.

Die Reise ist vorbei und vieles liegt hinter mir und so manches vor mir. Ich freue mich nach Hause zu koennen, auf Familie, Freunde und den Alltag. Ziele sind erreicht, andere neue Ziele haben sich aufgetan. Ich freue mich auf mein weiteren Weg, auf meinen eigenen Camino.  

6.6.08 15:45
 


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