Mein Weg nach Santiago de Compostela
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2.06

Silke war schon verschwunden, als ich an diesem Morgen aufstand. Die muss eine grosse Etappe auf sich nehmen, sonst schafft sie es nicht mit ihrem Zeitplan. Wir werden uns wohl nicht mehr sehen, schade! Ich raeumte schnell meine Sachen zusammen und los gings. Anja war noch in der Herberge, sie startete spaeter aber wir hatten das gleiche Ziel fuer diesen Tag. Dicker Nebel hing ueber die Stadt und Landschaft. Viele Pilger waren schon unterwegs, alle mit dem gleichen Ziel.

Anja war auf einmal hinter mir und wir liefen zusammen. Ich musste an gestern denken, an das was sie uns erzaehlte. Das stimmte mich sehr nachdenklich und sie tat mir leid. Ich hoffte jedoch, dass sie davon nichts bemerkt. Denn ich glaubte Mitleid braucht sie bestimmt nicht. Ich fragte sie, was sie heute braucht, um am Abend im Bett zufrieden sein zu koennen? Sonnenstarhlen, meinte sie und stellte mir die Gegenfrage. Ich ueberlegte kurz und meinte auch, dass ich mich ueber Sonne freuen wuerde und wenn ich heute beim Laufen ein gutes Gefuehl hatte, so wie ich es schon einmal gehabt hatte. Kurz darauf kaempfte sich die Sonne durch den Nebel und ein Teil der Zufriedenheit war schon gesichert.

Wie erreichten die erste Bar, in San Xiao do Camino. (Bar hoerte sich immer so nach Alkohol an. Das ist es bestimmt nicht warum ich so oft in der Bar bin. In Spanien heissen Kaffes halt oft Bar. Also bitte nicht falsch verstehen *grins) Hier kam uns Rauchen von Raeucherkerzen entgegen, so stark das dieser in den Augen brannte. Im Hintergrund lief schlechte Meditationsmusik und der Besitzer der Bar grinste ueber das ganze Gesicht und fragte uns was wir haben wollten. Ich fragte mich, wieviel von diesen Kerzen der Typ heute schon gehabt hatte. Wir tranken unseren Kaffee und als ueber die Musikanlage Ave Maria erklag, verliessen wir die Bar. Draussen spielten zwei Hundewelpen und ich konnte nicht anders und musste sie natuerlich streicheln. Ich freue mich schon auf meinen Hund, den ich mir sobald ich in Deutschland bin anschaffen werde. Ich weiss, es wird ein Bobtail werden *freu.

Anja und ich trennten uns. Ich muss wieder ein Stueck allein laufen. Hatte zwar kurz ein schlechtes Gefuehl deswegen, aber ich will hier nicht schon wieder Verantwortung uebernehmen, die mir nicht gehoert. Die Herberge in Melide war nicht der Renner, sie kommt in die Top 10 der schlechtesten Herbergen am Camino. Aber ich wollte nicht klagen, und so ging ich in die Stadt und verbrachte viel Zeit in einer sehr schoenen Kirche. Bald bin ich in Santiago, es sind nur noch ca. 60 km. Ich schaute im Gedanken zurueck auf den Weg und ueberlegte, ob ich all meine Fragen die ich mitgebracht hatte beantworten konnte. Was mir die Begegnungen mit den Personen auf dem Camino gebracht hatten. Was in mir in Gang gebracht wurde und was in mir ab jetzt ruhen darf. Welche Bedeutung Gott bei diesem Weg fuer mich hatte? Ich verliess die Kirche mit einem sehr guten Gefuehl. Naemlich, dass ich am Ziel meines Weges war! 

3.6.08 19:34
 


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