Mein Weg nach Santiago de Compostela
  Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 


 

http://myblog.de/pilgerreise

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
31.05

Heute werde ich die 100 km Marke durchbrechen und wieder kein Regen. Ich zog trotzdem meine Regensachen an, bin skeptisch gegenueber dem spanischen Wetter geworden. Nach Sarria ging es wieder steil aufwaerts und ich hatte gross muehe damit. Kam schnell ausser Atem und das war kein gutes Zeichen. Was war eigentlich los?, fragte ich mich. Seit ein paar Tagen habe ich keine Freude mehr beim Laufen, alles strengt nur an.Hatte irgendwie das Gefuehl ganz langsam zu gehen, um so wieder meine Geschwindigkeit zu finden. Ich hoerte Musik und hoffte, dass sie mich ein bisschen motiviert. Mit der Zeit aber, kenne ich die Musik auf meinen MP3 - Player auswendig und haette gerne mal was anderes gehoert, z.B. Rosenstolz haette ich gerne. Kam an einer Bar vorbei, ich glaube der Ort hiess Barbadelo, und hier ging ich rein um einen Kaffee zu trinken. Ich traf Anja wieder. Sie wirkte zufriedener als das letzte mal, als ich sie sah. Sie klagt ueber ihre Fuesse und ihre Schulter. Sie lief zusammen mit einer Oesterreicherin, ihren Namen erfuhr ich nicht.

Am Kilometerstein 100 (*freu) lernte ich Silke aus Suedtirol kennen. Sie ist heute den ersten Tag unterwegs und hat einen engen Zeitplan. Wir liefen ein Stueck gemeinsam und an der naechsten Bar verabschiedeten wir uns, ich blieb dort sie ging weiter. Claudia aus der Schweiz sass vor der Bar. Wir waren gestern im gleichen Zimmer und kannten uns aus Samos. Ich fragte, wie sie es geschafft hat sich heute morgen aus dem Zimmer zu stehlen ohne mich zu wecken. Sie ist um halb sieb los und dachte noch sie haette so ein Krach gemacht. Sie machte sich wieder auf den Weg und ich genoss meinen Kaffee. Das ist das schoene auf diesen Weg, mit der Zeit kennt man die Menschen und trifft sich immer wieder und hat sich kurz was mit zu teilen. Vor der Bar waren zwei Hunde, ein kleiner und ein wirklich grosser Hund. Ich konnte gar nicht aufhoeren beide zu streicheln.  

Als ich mich wieder auf dem Weg machte, hatte ich heute oft das Gefuehl in Kroatien zu sein. Meine Mutter kommt aus Kroatien und wir verbrachten oft den Sommerurlaub dort. Der Weg fuehrt durch kleine Doerfer und Bauernhoefe und es erinnerte mich an meine Oma. Sie hatte einen Bauernhof, mit Tiere und Feldern. Es roch teilweise wie in meine Kindheit und ich versuchte mich an diese zu erinnern. Auf dem Hof gab es Schweine, Huehner, Enten, ein Pferd und ich glaube sogar eine Kuh. Es gab Katzen und Hunde, aber ich konnte mich nicht an deren Namen erinnern. Viele Dinge schossen mir durch den Kopf und ich versuchte den Gedanken zu folgen. Wie war es als Kind, wie wuchs ich auf, wer war bei mir, an wem kann ich mich erinnern und an was, was habe ich erlebt? Manches blieb offen und fuer Zeiten fehlten mir Erinnerungen. Das war kein gutes Gefuehl, je mehr ich darueber nachdachte, um so mehr hatte ich das Gefuehl ein Teil von mir nicht mehr zu wissen. Dabei ist es doch so wichtig ueber die "Wurzel" seines Leben zu wissen, oder?

Kurz vor Portomarin traf ich Silke wieder und wir liefen das letzte Stueck gemeinsam. Suchten die Herberge auf und genossen unsere schoenen Betten. Den Tag ueber verbrachten wir in der Bar und redeten die ganze Zeit. Ich erzaehlte Silke, dass mir das Laufen zur Zeit schwer faellt und meine Musik mich auch nicht mehr motivieren kann da ich alles schon kenne. Zur Nacht bot sie mir ihren MP3 an, was ich dankend annahm. Beim Durchsuchen der Alben, stiess ich auf Rosenstolz und konnte es nicht glauben. Das hatte ich mir doch noch am Morgen gewuenscht - Danke!

2.6.08 14:35
 


Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung