Mein Weg nach Santiago de Compostela
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30.05

Anscheinend hat es die ganze Nacht ueber geregnet. Immer wenn ich wach geworden bin, habe ich den Regen gehoert. Anja sah heute morgen sehr geknickt aus und irgendwie tut sie mir leid. Ich konnte ihr aber nicht helfen, sie muss das jetzt allein durch stehn. Ich lief los und es regnete nicht einmal. Kurze Zeit hatte ich das Gefuehl, dass mir der Regen fehlte. War jedoch sehr darueber froh das es mal nicht goss. Es ging eine Strasse entlang und ich lief an einem Fluss vorbei und musste einfach stehen bleiben. Ich schaute dem Wasser beim Fliessen zu. Ich glaube ich stand da ziemlich lange und was die Pilger, die an mich vorbei liefen, dachten war mir egal. Auch Anja kam vorbei und erzaehlte mir, dass sie einen absoluten Tiefpunkt hat. "Du darfst nicht ueberlegen, sondern du musst einfach Laufen. Rechts ein Schritt, links ein Schritt....", versuchte sie damit aufzumuntern aber irgendwie schien das nicht zu funktionieren. Es gab zwei Moeglichkeiten nach Sarria zu laufen, entweder an einer Strasse entlang oder eine laengere aber schoenere durch kleine Doerfer. Ich entschied mich fuer die schoenere und Anja ging weiter an der Strasse entlang. Der Weg ging bergauf und ich dachte eigentlich, dass es sich mit den Aufstiegen erledigt hat. Ich lief weiter, dachte kurz ans umdrehn, denn der Weg an der Strasse verlief eben. Nach einer halben Stunde stand ich vor dem Weg und war geschockt. Schlamm und Wasser machten mir den Weg sehr schwer. Ich versunk mit meinen Schuhen tief in den Schlamm. Es gab keine andere Moeglichkeit, ich musste hier durch. Zum Umdrehen war es jetzt zu spaet. Ich hatte wirklich muehe durch den Schlamm durch zu laufen und war fix und fertig als ich an ein Haus vorbei kam und mich erstmal ausruhte. 

Immer wenn ich abends gedacht habe, dass heute war die schlimmste Etappe, kam in den naechsten Tagen eine die war noch schlimmer. Der Weg zeigte mir ganz deutlich wo meine Grenzen sind und ich habe jetzt noch mehr Respekt vor diesem Weg als ich vor meiner Reise hatte! Man kann den Jakobsweg nicht mit Anstrenung bewaeltigen, sondern nur mit Demut!

Nach 4 Stunden erreichte ich Sarria und bekam in einer sehr schoenen Herberge ein Bett. In Sarria war deutlich viel los, denn ab hier starten die Kurzpilger. Sie laufen die letzten 100 km vor Santiago, damit gilt der Weg offizell als gepilgert. Ich war in der Stadt und kaufte mir frisches Obst und Kekse und suchte in einem Park eine Bank auf. Die Sonne kam raus und ich konnte sogar meinen Pullover ausziehn - unglaublich! Ich genoss die Sonne, den Apfel und meine Simpsons-Kekse.

Abends war hier wieder eine Prozession zu Ehren Jesu. Maenner trugen eine Jesusfigur von der Stadtkirche in die Klosterkirche. Ein Priester ging vornweg und sang, fuenf weitere Priester folgten der Figur und dahinter liefen die Leute und ich. In der Klosterkirche fand die hl. Messe statt und in der Kirche traf ich eine Pilgerbekanntschaft wieder. Diese Begegnung war sehr bewegend fuer uns beide. Nach der Messe liefen wir durch die Stadt, unterhielten uns und waren beruehrt von der Begegnung und dankbar dafuer.  

2.6.08 14:00
 


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