Mein Weg nach Santiago de Compostela
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26.5

So ganz hat mich die Erkaeltung mich nicht erwischt. Fuehlte mich an diesem Morgen zwar schlapp und muede, jedoch wollte ich laufen. Es regnete schon wieder und ich kann fast behaupten das dieser Camino ins Wasser gefallen ist. Auch der Wetterbericht versprach fuer die naechsten Tage Regen. Ich erreichte Villafranca del Bierzo und hier haette ich die Moeglichkeit meinen Camino zu beenden. An derPforte der Santiagokirche (Puerta del Perdon) erhalten naemlich kranke und schwache den gleichen Abass wie in Santiago. Ich ueberlegte kurz, machte ein Foto und ging weiter. Das Laufen tat mir irgendwie gut. Ich moechte nicht schon wieder krank werden und redete ir gut zu. Das half!

Es fing wieder stark zu regnen an und das versprach auch fuer heute keinen Spaziergang. Ich schaltete meinen MP3 Player an mit mit dem Album Regen von Tim Fischer ging es weiter. Irgendwie passend! Kam nach Pereje und ging in eine Bar hier fiel mir eine Deutscher auf der in Bundeswehrkleidung da stand, er aber ein Pilger war und kein Soldat. Was hat ihn dazu getrieben sowas an zu ziehen?

Es ging weiter an einer Nationalstrasse entlag und unter Autobahnbruecken durch. In Trabadelo suchte ich die Herberge auf. Ging sofort ins Bett, war total erschoepft. Am Nachmittag kochte ich mir ein Festmahl und teilte meine Essen mit einen deutschen Ehepaar, den Mann kannte ich schon. Der Soldat von der Bar. Denn Abend verbrachte ich mit lesen, telefonieren und Tee trinkend.

30.5.08 13:04


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25.5

Mit Halsschmerzen bin ich wach geworden. Ich fuehlte mich schlapp und muede, obwohl ich gestern einen Tag Pause gehabt hatte und ich in meinem Hotel gut geschlafen hab. Ich bekomme wohl eine Erkaeltung. Bleibt mir eigentlich nichts erspart? Wenn ich eine Erkaeltung habe, bekomme ich danach meist eine Nasennebenhoehlenentzuedung. So ein Mist! das Laufen faellt mir dementsprechend sehr schwer. Habe Rueckenschmerzen und muss staendig husten. Aus Ponferrade raus musste ich beim Ueberqueren der Strassen aufpassen. Ich habe ueberhaupt kein Gefuehl fuer Geschwindigkeit mehr und kann die Entfernung von AUtos nicht mehr abschaetzen. Heute komme ich nicht weit, dass wurde mir schnell klar. In calaboleos war fuer mich an diesem Tag Schluss. Die Herberge wurde um die Kirche errichtet. Es sind kleine Kabinen mit jeweils zwei Bett drin. Ich teilte mir eine Kabine mit Werner aus Deutschland. Ich fuehlte mich nicht gut, dass einzige das mich ein wenig aufmunterte war die Sonne.

Am Abend war in der Stadt ein Fest. Ich denke mal zu Ehren der hl. Mutter Maria. Jung und Alt waren auf der Strasse und schauten der Prozession zu.

30.5.08 12:47


23.5

Heute ging es nach Ponferrada. Und hier moechte ich einen Tag Pause einlegen. Bin sehr muede und das Laufen strengt mich an. Die letzten Wochen und Kilometer sind mir anzusehen und ich bin ganz schoen kraftlos. Dazu kommt es noch, dass es immer wieder regnet, morgens doch kalt ist und nachts kann ich wegen dem Laerm kaum schlafen. Diese Reise ist wirklich was besonderes, jedoch ist das kein Urlaub. Die Eindruecke die ich hier bekomme, sind so zahlreich und vielfaeltig. Jedoch merke ich deutlich, dass ich an meine Grenzen komme. Bin an diesem Tag langsam gelaufen und kam Mittags in Ponferrada an und legte mich erstmal aufs Ohr. Ich war sehr muede! 

Abends habe ich mir die Stadt angescheut und fuer morgen ein Zimmer in einem Hostal gebucht.

Bin fertig, kraftlos und muede!

24.5.08 18:03


22.5

Fruekstueck mit Diana und einen Franzosen. Diana war die Herbergsfrau. Sie und ihr Mann (Martin) aus USA waren die perfekte Besetzung fuer die Herberge. Sie war eine besondere Erscheinung. Schneeweisses Haar, eine ueberaus leise und liebevolle Stimme und dann immer ein laecheln im Gesicht. Sie machte an diesem Morgen Toast und Kaffee. Schenkte mir immer wieder Orangensaft ein und erzaehlte mir von sich. Konnte sie kaum verstehen, da das amerikanisch fuer seltsam klang. Wir lachten uns gegenseitig an und verstanden uns. Der Franzose erzaehlte mir eine Geschichte, die ich nicht verstand. Er erzaehlte diese mit so viele Gefuehl und lachte immer wieder dabei, so dass ich ihm gerne zuhoerte und diesen Morgen sehr genoss.

Nun wurde es ernst, der Aufstieg stand mir bevor. Und es sah so aus, als wuerde es bald zu regnen beginnen. Ich lief los und hatte schmerzen im Oberschenkel. Was sollte das? Ich bin nicht einmal los und hatte schon schmerzen. Bisher hatte ich wirklich keine ernste Probleme. Hatte keine Blasen an den Fuessen oder sonstige Beschwerden. Ich habe hier schon Leute gesehen, die wirklich schlimme Fuesse hatten. Menschen die Wasser in den Beinen hatte, Entzuedungen, etc. Ich habe schon Leute getroffen die gestuerzt sind, und wenn man mit dem Rucksack nach vorne fliegt, dann knallt man sehr hart auf den Boden. Der Weg ist an manchen Stellen sehr hart und man muss sehr aufpassen, dass man nicht abrutscht oder ueber Steine stuerzt. Viele musste schon aufhoeren und nach Hause fahren und an manchen Stellen des Weges standen Kreuze, die fuer verunglueckte Pilger standen. Ich verstand die Warnung meines Koerpers. Ich soll an diesem Tag langsam und achtsam gehen. "Don`t go with your mind, go with your legs", ein Spruch von einer Amerikanerin der einfiel.

Ich naeherte mich dem Dorf Foncebadon und war schon sehr gespannt darauf. Das sog. verlassene Dorf, wo nur wilde Hunde hausten. So verlassen war das Dorf nicht mehr, es gab eine Herberge und eine Bar. Hunde? Sah ich keinen einzigen, nur Katzen. Ich trank einen Kaffee, aus einer mir bekannten IKEA-Tasse und zog danach weiter. Das Wetter hielt und es ging weiter aufwaerts. Ich musste an gestern denken, an diese bayerische Pilgerin. Ich muss mehr auf mein Gefuehl hoeren und haette in dieser Situation etwas zu ihr sagen muessen. Mich aergerte es, dass ich gestern gegangen bin und ruhig gewesen. Es ist so typisch, dass ich dem was mich stoert aus dem Weg gehe und mich dem nicht stelle. Ich will das in Zukunft anders tun, weil ich merke das mich das stoert und ich mehr auf mich und mein Gefuehl achten moechte.

Ich stand vor dem Cruz de Ferro. Ein schlichtes Eisenkreuz auf einen ca. 5 m hohen Holzpfahl. Hier legte ich nach alter Pilgertradition den Stein, den ich von Zuhause mit genommen hatte, ab. Ein bewegender Moment! Jetzt kommt nur noch Santiago als Hoehepunkt. Knapp 220 km trennen mich noch davor, dass ist wirklich nicht viel und ich holte mir meine Eindruecke der letzten Wochen ins Gedaechtnis zurueck. Hat sich der Weg gelohnt? Da brauchte ich nicht wirklich lange ueberlegen, jeder Tag war es wert diesen Weg zu gehen. Ich habe vieles erlebt und vieles erkannt. Vor allem, habe ich mich kennen gelernt und bin mir manches bewusster als zuvor.

Kam nach Manjarin. Hier lebt einsam und verlassen Tomas. Der selbsternannte letzte Templerritter. Er zog vor einigen Jahre aus nach Santiago und beschloss fuer sich sein Leben den Pilgern zu widmen. Er lebt hier in der Einsamkeit, hat ein Haus renoviert ohne Wasser und Strom und lebt von und fuer den Jakobsweg. Vielleicht ein Spinner, kann man meinen. Jedoch, sind es nicht die Menschen, die die Welt veraendern? Die Menschen die anders sind und denken, die Traeume und Ideen haben? Voller Mut und Zuversicht sind? Die veraendern doch die Welt!

24.5.08 17:51


21.5

Habe gut in meinem Hotelzimmer geschlafen und um halb neun bin ich heute los. Will heute nach Rabanal del Camino, ca. 22 km. Das ist die letzte Station vor dem Aufstieg nach Foncebadon. Von weitem sind die Berge schon zu sehen und ich habe grossen Respekt vor diesem Aufstieg. Es geht bis auf 1500 m hoch und dort oben steht auch das Cruz de Ferro. In Rabanal ist das Kloster San Salvador, dass wird von Benediktinermoenche gefuehrt und ist an eine bayerische Erzabtei angeschlossen. Hier wird Gelegenheit zur Andacht geboten und ich wollte das erleben. Deshalb wird Rabanal mein Ziel fuer den heutigen Tag sein.

Heute morgen kam mir Annett in den Sinn. Sie erzaehlte mir von ihrer taeglichen Uebung. Sie geht in jedem Dorf in eine Bar, um dort was zu trinken und eine kleinigkeit zu essen. Eine tolle Uebung, und ich dachte das ich mich auch darin ueben sollte. So machte ich an diesem Tag in Murias de Rechivaldo, Santa Catalina de Somoza und El Ganso (in einer Cowboy Bar) halt. Hatte immer einen Cafe con leche und ass Crossiant, Banane und Tortilla. Die Uebung gefiel mir und die werde ich wohl eine Weile beibehalten. Kam um 14 Uhr an und wollte zu einer bestimmten Herberge, Albergue Gaucelmo. Diese wird vom Bistum Astorga und von der englichen Saint-James Bruderschaft gefuehrt und liegt genau neben dem Kloster. Als ich dort ankam waren dort schon einige Pilger davor und empfangen mich mit den Worten "Completto". Komisch, dachte ich. Kann doch gar nicht sein. Es standen ca. 20 Menschen davor und ich dachte die Herberge hat Platz fuer mind. 40. Ein deutscher kam auf mich zu und erzaehlte mir, dass sie schon heute morgen hier angekommen sind und ihr Gepaeck sei schon drin. Ich koenne ruhig gehen, hier zu warten waere sinnlos. Der Mann war mir unangenehm, ich wusste nicht warum aber irgendwas war komisch. Ich sagte das ich selbst mit dem Hospitalero sprechen moechte und es versuchen werde. "Wenn du meinst, ich sage nur zwecklos", so seine Worte. Unverschaemtheit, dachte ich und ging erstmal vom Eingang weg und setzte mich auf einer Bank. Eine halbe Stunde spaeter ging die Tuer auf und ich reihte mich in die Warteschlange ein. Ich bekam angeblich das letzte Bett und war sehr gluecklich darueber. Als ich allerding meinen Schlafsack auspackte, hoerte ich eine mir bekannte Stimme. "Na, doch ein Bett bekommen - Glueck gehabt, kann ich nur sagen". Ob das Glueck war, dachte ich. Unter mir lag naemlich genau der Deutsche vom Eingang. Er erzaehlte mir von seiner Geschichte, die ich jedoch nicht hoeren wollte. Annett kam mir in den Sinn....Christian, du musst lernen nicht immer der Muelleimer fuer andere Menschen zu sein.....Sei du selbst und weise die Leute zurueck die dich betraengen und belaestigen....Wie recht sie hatte, obwohl diese Worte mich auch trafen. Das hier war meine Chance, endlich zu lernen! Neben mir brach ein Pilgerpaar wieder auf, sie hatten es sich anders ueberlegt und gingen in eine andere Herberge. So wurde das Paarhochbett frei. (Stockbetten die zusammen stehen, fuer Paare). Dankend nahm ein Paar das frei gewordene Bett an und ich konnte auf ein freies Einzelbett wechseln. So hatte ich den Mann los und damit auch das unangenehme Gefuehl.

Abends war ich in der Versper in der Klosterkirche. Die Feier wurde in lateinisch von zwei Moenchen gehalten. Fuer mich irgendwie eigenartig, aber sehr schoen und sehr wuerdevoll. Nach der Vesper war der Laden des Kloster offen und hier konnte man Buecher, etc. erwerben. Ein deutsche Pilgergruppe fiel mir auf, sie waren in einem Hostal untergebracht. Eine Gruppe des bayrischen Pilgerbuero. Eine Dame fiel im Laden besonders auf. "Ihr habts aber scho die deutsche Preise, des muss i scho sage" (Ungefaehr so sagte sie es). Unglaublich, warum muss man sich so auffuehren? Sie meinte noch zu dem Moench, der sie liebvoll anlaechelte, jedoch voellig ueberfordert schien. "Seids ihr juedisch....?" Das darf man nicht tun oder sagen und ich ging erstmal. Spaeter fragte ich mich, warum ich eigentlich nichts gesagt hatte. Warum war ich still und bin gegangen? 

   

24.5.08 17:05


20.05

Heute ging es nach Astorga und ich freute mich an diesem Morgen, denn es war keine einzige Wolke am Himmel und das versprach einen Tag mit viel Sonne. Es ging noch kurz an der Nationalstrasse entlag und dann gab es wieder zwei Wege. Einen sehr schoenen, durch Doerfer nach Astorga und der andere wieder an der Nationalstrasse entlang auch nach Astorga. Heute bin ich den schoeneren Weg gegangen und hatte mich nict verlaufen. Dieser Weg ging 17 km durch eine sehr schoenen Landschaft, durch zwei Doerfer und es war ein Erlebnis. Auf einer Anhoehung machte ich Pause und legte mich ins Grass und genoss die Sonne. Absolute Ruhe, nur die Natur gab ein Konzert. Sagenhaft! Ich glaube, es war heute die schoenste Etappe. Ich fuehlte mich wieder so gut und so bei mir. So langsam denke ich, ich werde hier manisch wenn das so weiter geht. Aber egal, es ist ein tolles Gefuehl und davon will ich mehr. Ich kann jedem nur empfehlen diesen Weg zu gehen, es ist unglaublich und tut so gut. War gegen Nachmittag in Astorga und nahm wieder ein Hotel, schliesslich hatte ich Geburtstag.

Psalm 13 

20.5.08 19:02


20.05 - Geburtstag

Habe heute Geburtstag und habe mich sehr ueber die Glueckwuensche gefreut. Vielen Dank...

Fast 900 Besucher auf meinem Blog, vielen Dank auch dafuer. Ich freue mich immer ueber jeden Gaestebucheintrag, Kommentar und eMail.

Liebe Gruesse aus Astorga

von Christian

20.5.08 18:48


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